Weg von dieser unnützen Mitarbeiterzufriedenheit

Ich kann es einfach nicht mehr hören – Mitarbeiterzufriedenheit.

Von allen Seiten hört oder liest man über Mitarbeiterzufriedenheit und was die Unternehmen alles tun, damit ihre Mitarbeiter zufrieden sind.

Und ich frage mich warum.

Viele Unternehmen setzen so viel für die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter ein. Etwas, was dem Unternehmen eigentlich nichts nützt.

Wann wird denn in tatsächlich nützliche Dinge investiert?

Was ist überhaupt Zufriedenheit?

Schauen wir uns das Wort „Zufriedenheit“ doch einmal genauer an.

Laut Stangl Lexikon wird in der Psychologie Zufriedenheit allgemein als

„die Übereinstimmung einer bestimmten Erwartung eines Menschen vor einer Handlung mit deren tatsächlichem Erleben danach“ bezeichnet

Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache beschreibt Zufriedenheit als

„Stimmung der Ausgeglichenheit, des Wohlbefindens, der (bescheidenen) Gelassenheit, …“

Oder davon abgeleitet das Wort „zufriedenstellend“. Laut dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache:

„den Erwartungen, Ansprüchen an etwas weitgehend entsprechen“

Oder wie ich es interpretiere: zu-Frieden-stellend. Etwas stimmt eine Person friedlich und lässt sie sozusagen nicht böse werden.

Ist das tatsächlich das, was sich Unternehmer von ihren Mitarbeitern wünschen?

Immerhin erntet man das was man säht.

Wenn ich meine Mitarbeiter zufriedenstelle, werden Sie demnach zufriedenstellende Leistungen bringen.

Sie leisten quasi einen Dienst nach Vorschrift.

Jeder Unternehmer, der in Mitarbeiter-Zufriedenheit investiert, erreicht demnach, dass die Mitarbeiter genau das tun, was sie tun sollen. Aber sie fühlen sich dabei wohl und sind ausgeglichen.

Für mich klingt das eher nach Investition in ein Spa-Erlebnis für Mitarbeiter.

Eine nette Geste – nützt aber nun mal dem Unternehmen nichts.

Vielleicht liege ich falsch, aber ich behaupte, jeder Arbeitgeber wünscht sich Mitarbeiter, die hochmotiviert zur Arbeit kommen und sich für das Unternehmen einsetzen als wäre es ihr eigenes. Mitarbeiter, die sich engagieren, weil sie dafür brennen und Mitarbeiter, die über den Tellerrand hinausschauen und das Wachstum aktiv mit vorantreiben.

Das sind doch Ziele, in die es sich zu investieren lohnt.

Das Zauberwort dafür heißt Commitment.

Commitment lässt sich nicht mit einem Wort erklären. Commitment ist die innere Überzeugung von einer Sache, die Menschen dazu bewegt alles zu geben, sich mit vollem Einsatz einer Sache zu widmen und sich an Aufgaben oder Menschen zu binden.

Diese innere Überzeugung kann aus verschiedenen Gründen entstehen.

Ethische Werte

Normatives Commitment beschreibt die Bindung eines Menschen an eine Sache oder eine Person aus ethisch-moralischen Gründen. Personen mit normativem Commitment binden sich an etwas oder jemanden auf Grund eines Gefühls der Verpflichtung. Der Ansatz des normativen Commitment stellt die Bedeutung moralischer Wertevorstellungen in den Vordergrund.

Durch Werte wird die Bindung aufrechterhalten.

In der Arbeitswelt kann das zum Beispiel ein Mitarbeiter sein, der der Firma treu bleibt, weil sein Vater und vielleicht sein Großvater bereits dort gearbeitet haben.

Diese Commitment-Art ist sehr stark und lässt sich nur schwer beeinflussen. Werte festigen sich immerhin über das ganze Leben. Diese Mitarbeiter werden sich einsetzen, weil sie durch ihren Job auch ihren Wertevorstellungen entsprechen.

Personen mit hohem normativen Commitment handeln aufgrund von einem moralischen Pflichtgefühl und Wertvorstellungen ethischer Natur.

Vorteile

Diese Commitment-Art beschreibt die Bindung einer Person an etwas oder jemanden aus finanziellen Gründen und mangelnden Alternativen. Menschen mit hohem kalkulatorischem Commitment binden sich an etwas, bzw. setzen sich für eine Sache ein, weil Ihnen daraus persönliche Vorteile entstehen. Z.B. Geld, gesteigerter Lebensstil oder besondere Kontakte.

Genau diese Gründe können es auch sein, die einen Mitarbeiter an ein Unternehmen binden. Mitarbeiter mit einem hohen kalkulatorischem Commitment setzen sich ein, weil Sie ein gutes Gehalt bekommen, vielleicht einen Firmenwagen oder andere Vorteile.

Diese Art der Bindung ist nicht besonders stabil, weil diese Mitarbeiter oft eine hohe Wechselbereitschaft haben, sobald ein lukrativeres Angebot kommt. Dafür ist dieses Commitment auch einfach zu steuern. Mit einem guten Provisionssystem werden diese Mitarbeiter Höchstleistungen bringen. Das kann aber eben auch teuer werden.

Emotionale Gründe

Diese Art des Commitment beschreibt die emotionale Bindung an eine Sache oder eine Person. Für Menschen mit einem hohen emotionalen Commitment, hat eine Sache/Person eine große persönliche Bedeutung. Sie möchten sich gerne weiter und in besonderem Maße für die Sache/Person einsetzen.

Dieses Commitment bekommt man nicht geschenkt und man kann es auch nicht kaufen. Dieses Commitment muss man sich verdienen.

Personen mit einem hohen emotionalen Commitment repräsentieren das Unternehmen auch nach außen sehr überzeugend und brauchen weniger finanzielle Anreize. Wenn emotionales Commitment zu stark ausgeprägt ist, kann es auch negative Auswirkungen haben, z.B. auf die Flexibilität dieser Person.

Wer hat nun welches Commitment?

Man kann keine Person in eine „Commitment-Schublade“ stecken. Es existieren immer Mischformen. Es stellt sich nur die Frage nach der Ausprägung. Zum Beispiel kann niemand ewig aus emotionalen Gründen seinen Job machen, wenn das finanzielle nicht stimmt.

Deswegen ist es wichtig auf allen Dimensionen des Commitments zu arbeiten und ein gutes Verhältnis der Commitment-Arten zu schaffen.

Egal von welcher Commitment-Art wir sprechen – Hohes Commitment schafft es, dass Menschen sich über das geforderte Maß hinaus für etwas einsetzen.

Das heißt, Mitarbeiter mit einem hohen Commitment werden das Unternehmen vorwärtsbringen.

Commitment ist etwas in das es sich tatsächlich lohnt zu investieren.

Und jetzt kommt das Gute.

Commitment kann gesteuert werden.

Es ist stark abhängig von der Führungskultur, der Struktur und der internen Kommunikation eines Unternehmens. Commitment muss gemanagt werden. Dazu bedarf es sinnhafter und funktionierender Management-Prozesse.

Widmen Sie sich diesen Prozessen. Investieren sinnvoll und nützlich. Steigern Sie das Commitment Ihrer Mitarbeiter. Lassen Sie Mitarbeiter, die zufriedenstellen hinter sich. Erhalten Sie Mitarbeiter, die begeistern.

 

Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen zu diesem Thema zur Verfügung

 

Freundliche Grüße